Ein weiter Weg und ein neues Stadion

Als Alain Geiger den Club 1998 übernahm zwang ihn die schlechte finanzielle Lage des Vereins, mehrheitlich auf junge, clubeigene Spieler zurückzugreifen. Das zwar sympathische Vorhaben gelang mehr schlecht als recht, musste der Club doch in 2 aufeinanderfolgenden Saisons gegen den Abstieg kämpfen. Die ungewisse sportliche Zukunft und die unstabile finanzielle Lage wurde in den Medien breitgeschlagen und verunsicherte Club, Fans und Spieler. Gerüchte über eine ausländische Übernahme geisterten in den Medien herum und XAMAX agierte zunehmend in unsicherem Terrain.
 
Claude Ryf, ehemaliger „grosser“ XAMAXIEN ersetzte Alain Geiger im Juli 2002 und es gelang ihm überraschenderweise sehr gut, das Projekt „Jugendausbildung“ seines Vorgängers weiterzuführen. XAMAX beendete die Meisterschaft auf dem unerwartet guten 3. Rang, 21/22 Punkte hinter den unerreichbaren FC Basel & Grasshoppers. Ende 2002/3 erlitt XAMAX die 4. Cup-Final-Niederlage, verlor es doch sang und klanklos mit 6 : 0 gegen den übermächtigen FC Basel im St. Jakob-Stadion in Basel.
 
Die Saison 2003-2004 wurde zum Spiessrutenlaufen für XAMAX, mit vielen Aenderungen und Enttäuschungen. Ein knappes Ausscheiden gegen AJ Auxerre im UEFA Cup machte der Anfang, schlechte Resultate, leeren Clubkassen, erneute Gerüchte über eine Übernahme des Clubs sowie die Sorge um das Stadion, das weder der UEFA noch dem SFV genügte, belasteten den Club. Die Stadt Neuchâtel, Besitzerin des Stadions la Maladière konnte sich mit einer Baufirma einigen und erhielt fast zum Nulltarif die Bewilligung für den Bau eines neuen Stadions.
 

Von 2004 bis Frühling 2007, Bezug der neuen Maladière, war XAMAX gezwungen im Stadion de la Charrière in la Chaux-de-Fonds zu spielen. Derweil wurde die finanzielle Situation nicht besser und der französische Investor Alain Pedretti schaffte es trotz fehlender Unterstützung eines grossen Teils des Verwaltungsrates, sich in die AG von Xamax einzukaufen. War es Angst, Skepsis oder fehlendes Vertrauen? Dem neuen Investor traute kaum jemand selbstloser Unterstützungswille für XAMAX zu. Aus Mangel an jeglichem Plan B wurde ihm trotzdem die Möglichkeit gegeben, bei XAMAX zu investieren. Da die sportlichen Resultate von XAMAX immer noch zu wünschen übrig liessen, trennte sich Pedretti von Ryf und bestimmte René Lobello & Christophe Moulin zur Spitze des Teams. Es entstand ein kurzer Aufschwung und XAMAX schaffte es dank 2 Siegen gegen Vaduz, in der höchsten Spielklasse zu bleiben.

Unangenehme Streitigkeiten teilten den Verwaltungsrat in 2 Lager, nämlich dem „Pedretti“ und dem „Facchinetti“ Lager. Misstrauen und Missgunst verunreinigten die Neuchâteler Luft und Ende 2004, trotz einer ausserordentlichen Verwaltungsratssitzung, verliess Trainer Gianni Della Casa den Club und zog ab zu Sion. Nun meldeten sich 2 lokale Unternehmer, Sylvio Bernasconi und Michel Favre mit dem Angebot, den Club zusammen mit einer Gruppe Investoren zu übernehmen. Erneut wurde hin und her diskutiert, und erneut, mangels Alternativen, wurde dem Wunsch der beiden Herren entsprochen und der Club wurde am 27. Juni 2005 einem neuen Team übergeben, der Verwaltungsrat neu formiert und Sylvio Bernasconi zum Präsident ernannt.

Anfang 2005 hatte auch René Lobello genug und verliess XAMAX, trotz anständiger Klassifizierung in der Meisterschaft und Alain Geiger wurde erneut um Hilfe gebeten. Die Mannschaft beendete die Saison auf dem 6. Rang und qualifizierte sich für den Intertoto Cup.

Nach ca. 10 Spielen in der Saison 2005-2006 wurde Alain Geiger durch Miroslav Blazevic ersetzt – ein bekannter Name, der an der WM 1998 Kroatien auf den sensationnellen 3. Rang führte.

Der neue Präsident Bernasconi setzte sich zum Ziel, den Liga Erhalt trotz geringeren finanziellen Mitteln zu schaffen. Leider wurde der 8. Platz um einen einzigen Punkt verpasst und XAMAX musste in die Barrage und dort gegen den FC Sion antreten. Das Auswärtsspiel endete 0:0, zu Hause jedoch verlor XAMAX 0:3 und stieg nach 33 Jahren in der höchsten Spielklasse, in die Challenge League ab. XAMAX lag k.o. auf dem Boden, fasste sich jedoch rasch ein Herz und entschied sich, für einen sofortigen Wiederaufstieg zu kämpfen. Trainer Blazevic wurde in der Zwischenzeit durch Gérard Castella ersetzt und die Hälfte aller Spieler wurden nicht mehr weiterbeschäftigt. Hinzu kamen einige wichtige, neue Spieler und der sofortige Wiederaufstieg wurde in Angriff genommen.

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